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Agrarprodukte auf Mallorca haben eine lange Tradition. Auf der Baleareninsel Mallorca wird auf 75 Prozent der Gesamtfläche Landwirtschaft betrieben, wenngleich ihr Beitrag zum Bruttosozialprodukt verschwindende 2,5 Prozent ausmacht. Landestypisch werden folgende Agrarprodukte erzeugt:

Mandeln

Mandelblüte

Mandeln, die das Gütesiegel “Ametla de Mallorca” tragen, sind einzigartig in ihrem Geschmack und dank ihres weichen Kerns insbesondere für Süß- und Nachspeisen geeignet. Bei der “Ametlla Mallorquina” handelt es sich um ein kollektives Garantiesiegel, das von der Vereinigung zur Förderung der mallorquinischen Mandel eingeführt wurde, um die Mandeln identifizieren zu können, die den gem. den technischen Qualitätsnormen der Bestimmungen zum Gebrauch der Schutzmarke gepflückten Mandeln entspricht.

Diese Bestimmungen des Markenschutzes schreiben die Mindestanforderungen und besonderen Eigenschaften vor, die die Mandeln, die unter dieser Schutzmarke vertrieben werden, erfüllen müssen. Diesen Bestimmungen zufolge dürfen unter dem Markenschutz "Mallorquinische Mandel" beziehungsweise "Ametlla Mallorquina" Mandeln mit Schale, ganze Mandelkerne, geschälte, ganze Mandelkerne und Erzeugnisse, die aus Mandeln hergestellt werden, vertrieben werden.

Kartoffel

Auf der Insel Mallorca werden auf 3.100 Hektar Kartoffeln der verschiedenen Sorten angebaut. Die geerntete Jahresdurchschnittsmenge liegt bei 21.000 kg/ha. Die Gesamtproduktion beläuft sich demnach auf ca. 77.000 Tonnen, davon gehen 22.000 Tonnen in den Export. 44.000 Tonnen werden weiter auf der Insel vermarktet und die restlichen Tonnen werden in den Anbaubetrieben als Saatkartoffel oder zum Eigenbedarf wieder verwendet.

2001 wurden mit den Kartoffelprodukten rund 21 Millionen Euro erwirtschaftet.

Melonen

Netzmelonen

Die Melone ist ebenfalls ein Traditionsgewächs auf Mallorca. Sie ist ein häufig vorkommendes Gewächs mit großen, saftreichen Früchten. Sie gelten gemeinhin als Obst, obwohl sie zur Familie der Kürbisgewächse gehören und damit ein Gemüse sind. Es wird hauptsächlich zwischen Zuckermelonen bzw. Honigmelonen und Wassermelonen unterschieden. Melonen werden in der Botanik nicht als Verwandtschaftsgruppe angesehen, die Zuckermelonen sind zum Beispiel enger mit den Gurken verwandt als mit den Wassermelonen.

Weinbau

Die Insel Mallorca ist ein Gebiet mit einer langen Weinbautradition, da hier seit den Zeiten der Besetzung durch die Römer Weinberge kultiviert werden.

Binissalem ist die mallorquinische Hauptstadt des Weins. Der Wein aus dieser Region wurde als erster der Insel durch die Ursprungsbezeichnung "Denominación de origen" geschützt. Urkunden zufolge wurde hier bereits im 14. Jahrhundert in beträchtlichem Umfang Wein gekeltert. Die Weinproduktion stieg erheblich im 19. Jahrhundert, nachdem die Reblaus aus Amerika nach Frankreich eingeschleppt worden war und dort viele Weinberge vernichtete. Der Aufschwung wurde gebremst, als um 1900 die Reblaus auch auf Mallorca auftrat. Fast alle Rebkulturen fielen diesen Schädlingen zum Opfer. Erst nach der Einführung der resistenten, jedoch als minderwertig geltenden Amerikanerrebe, begann der Weinbau wieder aufzuleben.

Erst in den 1980er Jahren begann sich der Qualitätsgedanke im Weinbau wieder durchzusetzen, nicht zuletzt bedingt durch die touristische Nachfrage. Die Amerikanerrebe ist heute praktisch verschwunden. Auf den 1.200 Hektar Anbaufläche, die sich zum größten Teil in dieser Gemeinde befinden, werden heute hochwertige Weine angebaut. Die Weingärten mit über Kalk liegendem Lehmboden befinden sich in 250 bis 300 Meter Seehöhe.

Nach der Anerkennung dieses Gebiets 1993 als Weinbaugebiet wurde die Geschäftstätigkeit auf diesem Sektor in der gesamten Gegend beträchtlich ausgebaut (Anpflanzung neuer Rebstöcke, Einführung neuer Rebsorten, Verbesserung der Anbautechniken, etc.) und gleichzeitig stieg auch die Anzahl der Weinkellereien. Bei den bereits bestehenden Betrieben wurden zudem bedeutende Investitionen in neue Technologien vorgenommen, was zu einer Produktionssteigerung und insbesondere einer Verbesserung der Qualität der hier erzeugten Weine führte.

Strandfenchel

Der Strandfenchel wächst auf den Balearen-Inseln Mallorca und den zu Mallorca gehörenden Inseln Cabrera und Dragonera. Was auf den ersten Blick wie unscheinbares Gras aussieht und in Mallorqui Fonoll mari genannt wird, ist noch immer eine aromatische Beilage zur mallorquinischen Küche zum Beispiel bei Pa amb oli. Der Strandfenchel wächst an der Küste des Llevant, gemischt mit anderen Heilpflanzen, Gräsern, wilden Olivensträuchern und dem einheimischen Macchia auf.

Scharen von Frauen gingen schon im 15. und 16. Jahrhundert mit Körben an den felsigen Stränden entlang und zupften dieses Kraut fonol mari ab. Anschließend wurden die Blätter durch Einlegen für viele Monate haltbar gemacht, damit sie auf den Schiffen im Proviant der Seeleute mitgeführt werden konnten. Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts und der vorbeugenden Wirkung gegen Skorbut war sie ein Bestandteil jedes Seesackes und bereiste die Weiten der Weltmeere.

Johannisbrot

Johannisbrot

Johannisbrot wird auch die Schokolade Mallorcas genannt und hat auf der Insel eine große geschichtliche Bedeutung. Der biblische Name Johannisbrot steht für "ceratonia siliqua", da die Schoten für Johannes den Täufer das einzig aufzufindende Essbare war. Die mediterrane Verbreitung des Baumes geben bereits den Hinweis, dass es sich bei diesem Nahrungsmittel um ein seit Alters her Bekanntes handeln muss.

Ursprünglich stammt der äußerst hitze- und trockenresistente Baum, der 15 bis 20 Meter hoch wird, von der arabischen Halbinsel. Er ist immergrün und spendet wohltuenden Schatten. Er ist mit Bohnen und Erbsen, aber auch mit Akazien verwandt und bildet wie diese die typischen großen und nahrhaften Hülsenfrüchte.

In ländlichen Gegenden wird Johannisbrot traditionell genutzt; es wird frisch verzehrt, zu Saft gepresst, zu Sirup verarbeitet.

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